Bericht vom GVU-Branchenforum
Wie Ende letzten Jahres berichtet waren wir auch zu einer Diskussion beim Branchenforum des Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) eingeladen. Diese Diskussion unter dem Titel "Free culture oder Kulturverlust: Welchen Einfluss hat das Internet auf Werte?" sollte einen Schwerpunkt des Jahrestreffens darstellen. Sie nahm im Programm mit angesetzten zwei Stunden auch das größte Zeitfenster in Anspruch.
Ein kurzes eigenes Fazit: So kontrovers, wie man hätte annehmen können, waren die vorgetragenen Positionen eigentlich nicht. Auf dem Podium waren sich sogar alle ziemlich einig, daß eine Kriminalisierung von Internetnutzern nicht hilfreich ist. Die Probleme gehen wohl eher mit Mängeln auf der Angebotsseite einher.
Die versuchten Gegenpositionen zu freier Kultur, die durchaus von recht apokalyptischen Szenarien begleitet wurden, wie eine "Umsonstkultur" alle Kreativmärkte zerstört, hatten vor allem zwei Schwierigkeiten: Zum einen wurde übersehen, daß es freier Kultur um Freiheiten und Rechte geht, und nicht darum, alles kostenlos zu bekommen. Zum anderen war anfänglichen Gegnern freier Kultur überraschend unbewußt, in welchem Ausmaß sie bereits selbst in ihr angekommen sind. Dies ließ sich beispielhaft daran zeigen, daß fast alle an der Diksussion beteiligten Institutionen auf freie Software setzen, wenn es um ihre Internetauftritte geht (typisch ist das Trio aus GNU/Linux, Apache und Typo 3). Ob der von uns eingebrachte Vorschlag umgesetzt wird, den hinter diesen Projekten stehenden Stiftungen jährlich angemessene Spenden zukommen zu lassen, wenn man schon so große Angst vor einer "Umsonstkultur" habe, wird sich zeigen müssen. Übrigens war die Teilnahme am Branchenforum kostenlos.
Michael Weller von der Europäischen EDV-Akademie des Rechts (EEAR) hat die Diskussion aus Publikumsperspektive zusammengefasst. Hier und dort finden sich seine Kommentare zu weiteren Programmpunkten des Forums.






















