a2n: C3S und Vortragsfolien online
Während des all2gethernow-Camps stellten Michael Weller (Europäische EDV-Akademie des Rechts, die juristische Perspektive), Wolfgang Senges (contentsphere.de, die wirtschaftliche Perspektive) und Meik Michalke (OMC e.V., die künstlerische Perspektive) zum ersten mal konzeptionelle Ansätze einer Verwertungsgesellschaft für Creative Commons Musik der Öffentlichkeit vor, unter dem Arbeitstitel "Creative Commons Collecting Society" (C3S).
Die früh im Konferenzprogramm vorgetragenen Ideen (13 Uhr am ersten Tag, Zusammenfassung) zogen sich wie ein roter Faden durch mehrere Veranstaltungen der a2n, wie die Diskussion um den aktuellen Stand von Verwertungsgesellschaften (Zusammenfassung), den gemeinsamen Workshop von GEMA und Creative Commons (Zusammenfassung), und die Debatte über finanzielle Erlöse aus CC-Veröffentlichungen (Zusammenfassung).
Vor allem aber die vielen konstruktiven Diskussionen, die sich zwischen den Veranstaltungen und bis in die späten Abendstunden immer wieder ergaben, haben uns alle sehr darin bekräftigt, daß dieser Ansatz in die richtige Richtung vorstößt. Die Vertreter der GEMA zeigten sich zum einen sehr überrascht (obwohl wir das Vorhaben schon vor einigen Monaten ankündigten), gaben sich aber auch vorsichtig diplomatisch. Uns war auch wichtig klarzustellen, daß wir keinen "GEMA-Killer" an den Start bringen wollen, sondern eine Nische besetzen, für die sich die GEMA nach eigenen Angaben eh nicht erwärmen kann: Die Konzepte von Creative Commons und GEMA sind schon aus diversen strukturellen Gründen unvereinbar (was im o.g. Panel sehr deutlich wurde), hier sind Hoffnungen auf substanzielle Änderungen wohl vergebens. In der Zwischenzeit ergeben sich daraus aber direkte Nachteile für CC-Künstler_innen, die wir in Zukunft mit Etablierung einer eigenen VG beseitigen möchten.
Die Vortragsfolien zur C3S (.pdf) und zu unserer CC-Präsentation im Rahmen des GEMA/CC-Workshops (.pdf) sind inzwischen online verfügbar.
Wir sind davon überzeugt, daß eine C3S auf soliden Beinen stehen kann, solange sie von ihrer eigenen Community getragen wird. Unser Vorstoß ist daher als Diskussionsgrundlage gemeint, nicht als fertiges Konzept. Vor allem wollten wir im Vorfeld formal-rechtliche Fragen schon geklärt haben. Wir haben aber auch schon Lösungsvorschläge für ein paar offensichtliche Probleme eingearbeitet; z.B. soll die Frage, was unter "kommerzieller Nutzung" zu verstehen ist, nicht mit einer starren und komplizierten Definition beantwortet werden, sondern von einer internen Schiedsstelle, deren Beschlüsse wiederum als Präzedenzfälle für spätere Anfragen herangezogen werden können.
In kürze werden wir eine Mailingliste öffnen, auf der wir das Konzept mit allen Interessierten weiterdiskutieren können (bevor jemand fragt: ja, wir denken auch schon über Liquid Feedback nach ;-)).






















